Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up

Kevin Eastman und Peter Laird haben mit Teenage Mutant Ninja Turtles ihr eigenes kleines Meisterwerk erschaffen das seit 1984 in ihrem selbst gegründeten Comicverlag Mirage erscheint. Mittlerweile hält Nickelodeon sämtliche Rechte. Die Ursprünglich erdachten Comics, die inhaltlich düster und erwachsener waren und Parodien zu anderen sehr erfolgreichen Comichelden aus Marvel oder DC. Universe darstellten, erfreuten sich an großer Beliebtheit. Es wurden Fernsehanstalten und viele andere Lizenznehmer aufmerksam, um selber was von dem Kuchen, oder wie uns die erste Zeichentrickserie weiß machen will von der Pizza mit Bananensyrup, ab zu bekommen und stellten zu  den Comics weitere Produkte her. Es gab jede Menge Videospielumsetzungen, Filme, Serien, Actionfiguren und viele andere Merchandisingartikeln. Um Ersteres geht in diesem Review, genauer um das Beat'em Up aus dem Hause Ubisoft – Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up.

 

Meister Splinter veranstaltet ein Turnier an dem die vier Turtles, April O'Neil, Casey Jones und der Sensai selber teilnehmen. Natürlich läuft es nicht ganz so rund, wie am Anfang gedacht. Denn Shredder setzt schon wieder einen Plan um, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Auf der Suche nach Shredder, erhalten die Sieben Hilfe von Karai.

 

Let's Cowabunga

Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up ist das erste Prügelspiel der vier Schildkröten Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo mit samt Freunden und Feinden. Das Gameplay bedient sich dabei an den großen Genre-Nachbarn und kombiniert es. Ob man das gut und schlecht findet sollte jeder selbst entscheiden. Eine Woche benötigt man um alle Geheimnisse aus dem Spiel herausbekommen zu haben, auch ist das Spiel leicht erlernt – einen Unterschied zu Smash Bros. Gibt es nicht groß.

Wie bei Smash Bros. können hier bis zu vier Kämpfer gleichzeitig in den Ring steigen. Erst stellt man die Kampfeinstellungen ein also ob man mit Leben oder Zeit spielt, denn wenn man es nach dem Auswählen der Kämpfer macht sind die Kämpfer wieder weg und muss diese erneut auswählen. Man wählt dann eine Figur aus, stellt vielleicht noch die Farbe der Aura die den Kämpfer umgibt ein und dann kann man direkt in den Arenen-Auswahlbildschirm. Ist man alleine unter CPU Gegnern wählt man eine Stage aus und diese wird dann auch genommen. Doch wenn man menschliche Spieler neben sich sitzen hat, können sie ihre eigene Stimme benutzen um eine Stage auszuwählen, wenn alle Spieler eine Stage ausgewählt haben wird durch Zufall eine gewählte Stage ausgewählt. Jeder Charakter hat seinen eigenen Auftritt und lässt einen Spruch los. Anders als die Knuddelgarde von Nintendo haben die Charaktere aus dem TMNT Universum ein loses Mundwerk. Und nach dem der Sprecher ausgezählt hat, geht die Partie los.

Die Arenen sind sehr ideenreich und das erste mal Spielen, auf jeder der vielen Stages wird einen in Erstaunen setzen.

Wie oben schon geschrieben bedient sich Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up an erfolgreichen Beat'em Up Konzepten. So können bis zu vier Spieler an einem Kampf teilnehmen das Schadensystem setzt aber auf das Street Fighter Konzept. Man prügelt solange auf den Gegner ein bis die Leiste leer ist und auf die Matte fällt. Aber da das Entwicklerstudio an dem Spiel saß, das auch an Super Smash Bros. Brawl gesessen hat, ist das Spiel nicht vorbei, je nach Spieleinstellung, der Kämpfer verschwindet kurz und taucht dann auch wieder auf und weiter geht es. Bis einer alle Leben verloren hat oder die Zeit abgelaufen ist. Um dem Gegner das Leben zur Hölle zu machen stehen einem Items zur Verfügung. Es fallen aber nicht einfach irgendwelche Hammer oder Baseballschläger vom Himmel. Es fallen besondere Ninjakampftechniken. So kann man wortwörtlich dem Feind den Hintern verbrennen, den Boden unter den Füßen zum erzittern bringen oder man wirft Bomben. Es gibt noch einige mehr und auch wenn es insgesamt wenige Items sind dafür haben alle es in sich und es gibt keine Nieten oder ähnliches. Im Multiplayer gibt es neben dem einfachen Teamkampf noch den Tag-Team Kampf. Zwei Spieler wählen jeweils zwei Kämpfer aus diese tauschen während des Kampfes die Plätze. Entweder wenn der Spieler ruft oder ein Kämpfer zu Boden geht, springt der andere ein.

Neben der Königsschlacht gibt es den Arcade-Mode. Der Arcade-Mode ist ein in sich geschlossener Storymodus, heißt die Story hat keine weitere Bedeutung als für nur diesen einen Modus. Erwähnen sollte man aber, dass die Geschichte von Peter Laird geschrieben wurde.

Im Trophäenraum am Ende kann man dann eine Trophäe aussuchen die dann im Spiel neuen Inhalt freischaltet.

Der Überlebensmodus wird seinem Namen gerecht. Man wählt einen Charakter aus mit dem man ungefähr 120 Gegner plätten muss. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam an, am Ende sind die Gegner selbst auf Schwierigkeitsgrad „ganz leicht“ schon härtere Brocken. Wenn Shredder ab und zu mal auftaucht und man ihn KO schlägt fällt eine ganze Pizza runter, mit der kann der Kämpfer sich regenerieren.

Der Missionsmodus hat insgesamt 31 Aufgaben die man alle lösen muss um einen weiteren Charakter freizuschalten. Die ersten 7 Aufgaben sind mehr oder weniger leicht, Aufgabe 8 erfordert schon etwas mehr Geduld. Es ist wirklich eine Berg und Talfahrt aber alle Aufgaben sind nicht zu unterschätzen. Man braucht wirklich einiges an Geduld und Übung um wirklich alle Aufgaben zu meistern. 

Es gibt noch ein paar Modi mehr, darunter den Trophäensaal. Hier gibt es den Schießstand, in dem man Trophäen abschießen muss um diese dann zu sammeln. Trophäen fliegen in drei Reihen an einem Schießstand vorbei. Von links nach recht und von rechts nach links. Man schießt auf die Trophäen mit Schildkrötenpanzer, diese erhält man beim erfolgreich Bestehen des Arcade-Modes, Missionsmodus und des Minispielmodus. Um eine Trophäe, eines Charakters zu erhalten reicht es nicht eine Trophäe von ihm zu holen. Man muss diese zusammen setzen, denn die Trophäen bestehen aus den einzelnen Körperteilen und nur zusammen sind sie eine Trophäe. Es gibt nur Trophäen von Leonardo, Donatello, Raphael, Michelangelo, Splinter, April, Casey, Shredder, dem Footninja, Shredder, Utrominator und Karai. Wenn man diese Trophäen hat, ist dieser Modus eher uninteressant. Im Trophäensaal gibt es noch die Trophäenerstellung. Dort kauft man sich für Schildkrötenpanzer Bestandteile eines Pokals und setzt diese zusammen. Im Sammlungsraum kann man sich noch mal die Charaktertrophäen angucken und diese drehen und wenden wie man will.

Ein weiterer Modus ist der Bonusspiele-Modus. Das sind hier die sogenannten Minispiele wo man sich die Schildkrötenpanzer verdienen kann. Die Spiele sind sehr witzig und ähnlich wie die Missionen braucht man bei dem ein oder anderem Minispiel etwas Geduld und Übung um es zu schaffen. Das Minispiel „Weitermachen“ zum Beispiel erlaubt keinen Fehler und erfordert die Schnelligkeit und Wendigkeit eines Ninjas. Die Zeit reicht nur haarknapp, wenn man einmal von den Stacheln getroffen wurde schafft man es vielleicht noch mit Mühe und Not das Ziel zu erreichen. Aber andere Minispiele sind wieder einfacher. Zum Beispiel „Pizza-Party“, über Manhatten schweben Pizzen die eingesammelt werden müssen. Einige Pizzen befinden sich in der Luft andere in den tiefen Abgründen der Wolkenkratzer.

Ein Turniermodus gibt es auch in Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up. Man stellt ein wie viele Kämpfer teilnehmen, wie viele Spieler dabei sind, welche Kampfeinstellungen es gibt und welche Kämpfer man nimmt. Den Sieger erwartet ein selbst erstellter Pokal, dieser wird auch im WiFi Modus verwendet. Im Internet kann man entweder gegen fremde Spieler oder gegen Freunde aus der Freundesliste spielen. Der Modus gegen fremde Spieler unterscheidet sich von Super Smash Bros. Brawl nur da drin dass es bei Smash-Up besser läuft bzw. flüssiger. Im Freunde Modus kann man einen Überlebens Modus und eine Königsschlacht bestreiten, Abwechselnd oder im Turnier spielen oder um Pokale streiten.

Sollten mal 30 Freunde auf einmal vor der Haustür stehen und man hat bestenfalls nur 4 Controller so gibt es den Wechselmodus. Somit können 30 Spieler abwechselnd an einem Kampf mal teilnehmen. Es wird für jeden ein Spielerprofil erstellt, sort kann man den Namen, die Aurafarbe und die bevorzugte Steuerung festlegen, sowohl den Controller selber als auch die Tastenbelegung. Controller auswählen kann man aber auch ohne diesen Modus bzw. eines eigenen Profils. 

Im Bonusinhalte-Bildschirm kann man sich seine Freigeschalteten Sachen noch mal genau ansehen. Es gibt Filmchen, zum Beispiel das Tutorial Video, man kann sich Artworks der Arenen ansehen und auch die Kämpfer selber können genauer unter die Lupe genommen werden, auch deren alternativen Kleidungen. Außerdem dürften die Konzeptzeichnungen zu den Filmen, Serien und von fast allen TMNT Videogames sehr interessant und spannend sein. Laut Angaben von den Entwicklern sollen auch Trailer zu den Serien und einigen Filmen drauf sein.

Einem Funprügler für die Wii wie Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up darf natürlich nicht der vier Steuerungsmodus fehlen. Heißt das man die Wii Mote quer, Wii Mote in Kombination mit dem Nounchak, den Classic Controller und den GameCube Controller verwenden kann.

Ich habe bisher mit der WiiMote, dem Classic Controller und dem GameCube Controller gespielt. Mir persönlich gefällt die GameCube Variante am Besten, dies ist aber eher Geschmackssache. Störungen sind mir nicht auf gefallen. Die Befehle werden schnell umgesetzt und haben den gewünschten Effekt. Doch Vorsicht, Ausweichen kann man nur auf einer Schutztaste, zum Beispiel die Schultertasten am GameCube Controller. In der Standardtastenbelegung erscheint beim Drücken der rechten Schultertaste ein Fadenkreuz, der Charakter geht in die Verteidigungsstellung er kann aber nicht ausweichen. Das Fadenkreuz kann mit dem 3D-Stick gesteuert werden, damit kann man die Items ändern. Wenn man eher eine Bombe benötigt statt einem Kunai, zielt man auf das Item und drückt solange A bis das Bombensymbol erscheint. Des weiteren kann man mit dem Fadenkreuz Besonderheiten der Stages auslösen, diese sind von Stage zu Stage unterschiedlich. Auf der linken Schultertaste geht der Charakter in die Verteidigungsstellung und er kann ausweichen.

 

Die Kämpfer haben alle nicht irgendwelche neue Farben für alternative Outfits erhalten, sondern nur so viele wie sie auch Sinn machen. In der Regel haben eigentlich alle Charaktere nur ein alternatives Outfit. Diese muss man aber vorher freischalten. Die Teams im Kampf werden durch die Aura markiert, diese kann man unter Optionen aber ausschalten. Im Team behalten die Kämpfer aber ihr originales Outfit und haben nicht auf einmal irgendwelche Farben an die gar nicht zum Charakter passen. In den Optionen lässt sich auch die Sprache einstellen, man kann Klangeinstellungen vor nehmen, Profile erstellen und den Speicherstand zurücksetzen. Wenn man die Sprache ändert, ändert sich nur der Bildschirmtext, der Sprecher bleibt der gleiche und redet weiterhin Englisch.

 

Ursprünglich war Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up nur für die Wii gedacht. Somit sieht Smash-Up Grafisch sehr gut aus, vor allem weil man im Spiel auf große Zooms verzichtet hat. Die Stages glänzen mit wunder schönen Texturen und alles ist passend und harmonierend. Die meisten Charaktermodelle entstammen aus dem letzten TMNT Film von 2007. Nur das man die Augen der Turtles den der aktuellen Serie angepasst hat, heißt das die Turtles mit Binde keine Pupillen haben. Und auch das Charakterdesign von Shredder stammt aus Teenage Mutant Ninja Turtles 2003. Auffällige Fehler wie Kantenflimmern sind mir keine unter die Augen gekommen. Die Arenen sehen alle super aus und mir sind auch keine Makel aufgefallen. Insgesamt ist das Setting von Smash-Up aber düster so wie die ursprünglichen Comics eben waren und alles wirkt erwachsener.

In Sachen Grafik steht TMNT: Smash-Up SSBB in nichts nach.

 

Zum Sound gibt es nicht wirklich was zu sagen. Im Grunde passt der Sound zu den aktuellen Settings. Auf schnellen und hellen Stages ist der Sound auch schneller und fröhlicher, im Menü das dunkler ist, ist die Musik auch dunkel. Aber im Ganzen ist der Sound eher enttäuschend. Jede Stage hat eine eigene Musik und jede Stage hat als alternative Musik den Titelsong von Smash-Up. Auch wenn dieser allgemein flott ist gehen aber alle Titel recht schnell auf die Nerven und man schaltet die Musik aus. Kein Titel erinnert irgendwie an die Turtles oder bezieht sich auf andere Produktionen. Sie hat also keinen Wiedererkennungswert. Klangtechnisch ist Smash-Up aber nicht zu verachten.

 

Die Langzeitmotivation in Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up bleibt lange erhalten auf Grund der langen Liste an Sachen die man freischalten kann. Neben Charakter und Arenen kann man kurze Filmchen, Trophäen und noch ein paar Kleinigkeiten freischalten. Und nicht alle Inhalte sind mal eben so freigeschaltet. Es gehört, wie schon gesagt, etwas Geduld und Übung dazu um alles freizuschalten. Selbst wenn man alles freigeschaltet hat gibt es noch das Interesse sich die neuen Sachen genauer an zugucken. Und letztendlich ist Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up ein Funprügler und somit kann man die Disk immer mal wieder in der Wii kreisen lassen, um ein paar Runden sich eins auf die Nuss zu geben. Hier sei noch gesagt das die Ladezeiten des Spiels kaum spürbar sind.

 

Funprügler machen immer Spaß und Teenage Mutant Ninja Turtles: Smash-Up ist da keine Ausnahme. Wenn man die Turtles mag oder wenn Funprügler bzw. Beat'em Ups mag ist dieses Spiel eine gute Wahl egal, ob nur ein Fall der genannten zu trifft. Wie bei jedem Spiel auf der Wii darf man aber kein Feuerwerk erwarten.

Die Charakterauswahl ist recht „gesund“ dennoch fragwürdig. Nicht nur das die Auswahl von 20 Charakteren in der heutigen Zeit etwas dürftig ist, mit fragwürdig meine ich auch was drei Rabbids in dem Spiel zu suchen haben. Einer, der Ninja Rabbid, wäre ganz witzig gewesen, aber das man dafür komplett auf weitere Charaktere aus dem TMNT Universum verzichtet hat ist sehr dürftig. Einzig und allein die Stages erzählen von 25 Jahre Shellschock und Cowabunga. Und natürlich die Bonusinhalte und die alternativen Kleidungsstücke.

Dennoch sollte man sich diesen Titel nicht entgehen lassen und wer weiß? Vielleicht wird ein neues Spiel solcher Art von den Turtles geben und das vielleicht mit mehr Inhalt.

In dem Sinne ein fröhliches Cowabunga!